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Im Chindsgi sind Gespräche Pflicht

11.02.2009
Zwei Elterngespräche im Jahr sind im Kindergarten neu obligatorisch. Den Kindergärtnerinnen stösst das Vorgehen des Volksschulamtes sauer auf. Lange fehlten Informationen und Unterlagen.
Nach jedem Zeugnisgespräch brauchts neu die Unterschrift der Eltern

Kathrin Morf
Bachenbülach/Unterland
pubzlizert im Zürcher Unterländer vom 10.Feb. 2008

Nun gilt es bereits für die Eltern von Unterländer Kindergärtlern ernst: Zweimal jährlich müssen sie zum Zeugnisgespräch antraben und dies mit ihrer Unterschrift bezeugen. So will es das neue kantonale Volksschulgesetz. Der Bildungsrat machte den Beschluss am 1.September rechtskräftig – und sorgt damit bis heute für Unverständnis.
Für die Eltern ist der Begriff «Zeugnisgespräch» irreführend, weil sie diesen mit Schulnoten in Verbindung bringen. Für die Kleinen gibts aber auch weiterhin weder die Note 6 fürs Turnen noch die Note 4,5 für kunstvolle Zeichnungen. Vielmehr spricht die Kindergärtnerin über die Entwicklung des Kindes, führt beispielsweise aus, ob es selbständig Aufgaben lösen kann.

Kindergärtnerinnen mit Skepsis
Auf solche Gespräche habe sie bis anhin keinenfalls verzichtet, erklärt die Bachenbülacher Kindergärtnerin Silvia Veronesi. Mindestens einmal jährlich traf sie sich mit allen Eltern, oftmals er- gaben sich spontane Diskussionen. «Die Arbeit mit den Eltern ist im Kindergar- ten grundlegend», betont sie. Veronesi hat Ende Oktober an einer Informationsveranstaltung des Volksschulamtes (VSA) von der Neuerung erfahren. Die anwesenden Kolleginnen hätten erstaunt reagiert, unzufrieden. Unter anderem wegen der zusätzlichen Arbeit. «Bei manchen Eltern würde ein Gespräch reichen», sagt Veronesi. Für jedes zusätzliche Treffen samt Vor- und Nachbereitung müsse sie etwa zwei Stunden einberechnen. Unter dem Mehraufwand dürfen aber die Kinder mit Problemen nicht leiden – mit ihren Eltern sind mehr als zwei Gespräche notwendig. «Kindergärtnerinnen wissen, was sie zu tun haben: Kinder auf die Schule und das Leben vorbereiten», betont die Unterländerin, «leider können sie nun nicht mehr selber entscheiden, wie viele Gespräche dafür notwendig sind.»
Weiteren Ärger bereitet vielen Kindergärtnerinnen, dass der Entscheid spät kommuniziert wurde; erst im Dezember waren alle Pädagoginnen des Kantons informiert. «Als wir von der Neuerung erfuhren, hätten wir sie seit vier Monaten umsetzen müssen», sagt Veronesi. Inzwischen hat sie manche Zeugnisgespräche bereits geführt. Die Unterschriften muss sie sich aber rückwirkend besorgen. Das benötigte Formular stünde ihr zwar seit Januar im Internet zur Verfügung. Das nütze jedoch wenig – das offizielle Papier sei immer noch nicht eingetroffen.

Empörung nicht vorausgesehen
«Das Material liegt seit Mitte Januar bereit», widerspricht Reto Vannini vom VSA. Es müsse nur bestellt werden. Dass der Beschluss als Ausdruck von mangelndem Vertrauen interpretiert wird, bedauert Vannini. «Einerseits gehört der Kindergarten jetzt zur Schule, wo zwei Gespräche normal sind», erläutert er die Motive der Verantwortlichen, «andererseits sagten uns die Kindergärtnerinnen, sie würden sowieso oft mit Eltern reden.» Darum habe man die Neuerung als eher unbedeutend erachtet. «Die Lehrperson darf ja entscheiden, wann und wie Gespräche stattfinden. Und das Ganze darf nach 15 Minuten vorbei sein.» Mit dem heutigen Wissen würde das VSA jede Kindergärtnerin persönlich und schnell informieren, versichert Vannini. «Wir unterschätzten, welche Wellen der Entscheid schlagen wird», sagt er. Das VSA erhielt wütende Briefe, einige Schulgemeinden kündeten an, die Vorschriften zu ignorieren. Um die Wogen zu glätten, stellte das VSA unter anderem einen Brief ins Internet, der in zwölf Sprachen über die Neuerung informiert – demAmt wird auch vorgeworfen, die Eltern vergessen zu haben. Böse Absichten unterstellt Veronesi dem VSA aber nicht. «Das ist ein gut gemeinter Versuch, den Kindergarten weiter ins Schulsystem einzubinden. Ihm mehr Verbindlichkeit zu geben», nimmt sie an. Dies bestätigt Vannini: Man habe den Kindergarten aufwerten wollen. «Das ging aber wohl in die Hose.»

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