Logopädie
Die Logopädie befasst sich mit den Auffälligkeiten der Sprache, der Stimme und des Schluckens. Was Stimme bedeutet, ist für viele verständlich, ebenso das Schlucken. Aber was ist eigentlich die Sprache, oder eher was umfasst sie alles?
S p r a c h e i s t : s p r e c h e n k ö n n e n , a b e r a u c h v e r s t e h e n !
Was braucht ein kleines Kind, um die Sprache seiner Mutter und seines Vaters erlernen zu können? Dies lässt sich im „Sprachbaum“ gut verdeutlichen. Stellen Sie sich einen hoch gewachsenen Laubbaum vor.
Um die Sprache zu entdecken, benötigt ein Kind die Wurzeln (Entwicklungsschritte, die jedes Kind durchläuft). Erst daraus kann sich der Stamm entwickeln. Er symbolisiert die Vorraussetzungen der Sprache (Sprachverständnis und Sprechfreude). Erst dann kann der komplette Baum (ausgebildete Sprache, untergliedert in die Bereiche „Wortschatz“, „Grammatik“ und „Artikulation“) entstehen und sich entfalten. Ebenso sind Licht (Wärme, Liebe und Akzeptanz) und Wasser (Kommunikation) lebenswichtig. Nicht zu vergessen die Erde, in welcher der Baum aufwächst (Umwelt und Gesellschaft).
Was passiert nun, wenn das Kind Schwierigkeiten hat und in der Sprachentwicklung verzögert ist? Verzögerungen können in allen Bereichen (s. ausgebildete Sprache) auftreten, oder sogar schon im Stamm oder gar in den Wurzeln. Aber die Fähigkeit, Sprache zu verstehen und sich ausdrücken zu können, bildet doch die Grundlage für die Integration im Kindergarten und in der Schule und ermöglicht nur so schulisches Lernen. Störungen in der Sprachentwicklung können alle Bereiche der kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen – und bereiten Eltern grosse Sorge. Deswegen ist es wichtig, dass Kinder mit Problemen in der Sprachentwicklung schnelle Hilfestellung durch früh einsetzende logopädische Massnahmen bekommen und so gezielt unterstützt werden. Sobald ein Kind den Kindergarten besucht, durchläuft es automatisch eine logopädische Reihenerfassung, d.h. der Logopäde kommt in den Kindergarten und verschafft sich durch kurze Gespräche und Tests einen Überblick über den Sprachstand der einzelnen Kinder. Wenn ein Kind nun „auffällig“ ist, wird der Logopäde mit den Eltern Kontakt aufnehmen und mit ihnen das weitere Vorgehen besprechen, d.h. genügt eine ausführliche Beratung, oder ist eine logopädische Therapie angezeigt. Eine logopädische Abklärung ist auch angezeigt, wenn ein Kind im Alter von zwei bis drei Jahren nur einzelne Wörter spricht. Zudem wenn es im Alter von drei bis vier Jahren nur sehr unverständlich spricht, wenn es stark stottert, oder wenn es eine Äusserung nur in einer bekannten, alltäglichen Situation versteht. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist immer, wenn Unsicherheit, Angst und Leidensdruck seitens von Kind oder Eltern besteht.
Welche Bereiche könnten nun „auffällig“ sein, die in einer logopädischen Therapie verbessert werden können?
Aussprache Das Kind kann gewisse Laute nicht bilden, es spricht undeutlich, ist für Aussenstehende schwer verständlich, atmet viel durch den Mund. Satzbau Es verdreht oder verkürzt die Sätze und gebraucht falsche Wortendungen (z. B.: „Ich gestern geschwimmt bin.“). Wortschatz Das Kind kennt gebräuchliche Begriffe nicht oder umschreibt diese nach Form und Funktion („ganz klein“ für Zwerg; „zum trinken“ für Glas). Das Kind verwendet viel Passepartout-Wörter wie „das Dings“. Sprachverständnis Es versteht die Sprache nicht altersgemäss, obwohl das Hörvermögen intakt ist. Es fragt nach, als höre es nicht richtig („was? hä?“). Ohne entsprechende Gestik versteht das Kind Anweisungen nicht. Es antwortet oft mit „jaja“, auch wenn dies keinen Sinn ergibt. Redefluss (Stottern) Das Kind wiederholt Laute, Silben, Wörter, Satzteile. Es kann sich auch verkrampfen, sodass Atmung und Sprechen blockiert werden. Lesen uns Schreiben Das Kind versteht noch nicht die Funktion und den Aufbau der Schriftsprache (Lesen und Schreiben). Beim Lesen orientiert sich das Kind beispielsweise an den ersten oder auffälligen Buchstaben und „erfindet“ ähnliche Wörter. Es kann einzelne Laute/Buchstaben nicht zu einem Wort zusammenschleifen. Es liest sehr langsam oder undeutlich. Das Kind erfasst den Sinn des Gelesenen nur ungenau oder gar nicht. Beim Schreiben kann das Kind die Laute den Buchstaben nicht zuordnen. Es verdreht die Buchstaben im Wort, lässt diese aus, oder ersetzt sie mit anderen. Das Kind hat Mühe, Buchstaben zu speichern. Es kann grammatikalische Regeln nicht durchgehend anwenden.
Manchmal sind solche Auffälligkeiten noch mit Begleitsymptomen, gekoppelt. Diese können in den Bereichen Wahrnehmung (sehen, hören spüren), soziales Verhalten oder Bewegung (Grob- und Feinmotorik, z. B.: klettern, schneiden; Gleichgewicht; Koordination) auftreten.
Logopädie in der Gemeinde Bachenbülach
Die Kinder, die den Kindergarten und die Primarschule Bachenbülach besuchen, haben die Möglichkeit, durch logopädische Therapie intensiv gefördert zu werden. Denn gute Kompetenzen in Sprache und Schrift sind wichtige Voraussetzungen für einen späteren Ausbildungsplatz. Die Sprache ist ein wesentliches Mittel, um am beruflichen und sozialen Leben teilhaben zu können.
Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt, ...deswegen lohnt sich Logopädie!
Daniela Lodato Logopädin
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